Neugestaltung der Kantstraße

Die Kantstraße als eine der Hauptverkehrsachsen in Charlottenburg birgt seit langem ein hohes Konfliktpotenzial im Verkehr, was ich aus meinem Wahlkreisbüro dort regelmäßig beobachten kann: Durchgängig hohes Verkehrsaufkommen, die rechte Fahrspur blockierender Lieferverkehr, fehlende Radspuren und Parkplatzmangel sind für alle Verkehrsteilnehmer eine tägliche Herausforderung. Die hohe Luftverschmutzung und Lärmbelastung mindert die Lebensqualität der Anwohner.

Einzelne unabgestimmte Maßnahmen wie die vom Senat nun geplante Einführung einer Busspur oder von Tempo 30 auf der Kantstraße, werden keine faire Lösung für alle Beteiligten bringen.

Es braucht statt dessen ein zusammenhängendes Gestaltungskonzept, das alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen berücksichtigt, Konflikte entschärft und Anwohner entlastet. Ich habe ich mir zu einem meiner politischen Ziele gesetzt, in diesem Sinne eine für alle Betroffenen möglichst sinnvolle Lösung zu finden, und daher Mitte des Jahres 2017 das „Projekt Kantstraße“ ins Leben gerufen.

Durchführung des „Projekts Kantstraße“

 

In einem ersten Workshop in meinem Wahlkreisbüro sammelten Anwohnerinnen und Anwohnern Ansätze und Problemlösungen für die Kantstraße und erhielten dafür Unterstützung durch die Technische Universität Berlin. Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Richter und MSc. Marvin Gehrke entwickelten Studierende des Fachbereichs Städtebau- und Straßenverkehrsplanung Konzepte zur Verbesserung der Verkehrsabläufe, der Verkehrsinfrastruktur und der Verkehrssicherheit auf der Kantstraße. Dabei tauschten sie sich auch mit den Anwohnern und Anwohnerinnen der Kantstraße bei einem weiteren gemeinsamen Workshop in meinem Wahlkreisbüro aus.

Dieses Zusammenspiel war mir besonders wichtig, denn gerade die Gedanken und Lösungsvorschläge von Anwohnern und direkt Betroffenen füllen theoretische Ansätze mit Leben und zeigen, welche Überlegungen in der Praxis Bestand haben können.

Erste Ansätze für Lösungen

Die so erarbeiteten Vorschläge sind vielfältig. Eine ganze Reihe davon hat sich auf meinen Antrag hin nun auch die FDP Charlottenburg-Wilmersdorf zu eigen gemacht:

  1. Verbesserung des Parkplatzangebots
  2. Aufbau eines Parkleitsystems für alle Bereiche der Kantstraße (insbesondere im Westteil), mittelfristig Aufbau eines digitalen Angebots zur Hinführung auf freie Parkplätze,
  3. Bau einer Tiefgarage unter dem Amtsgerichtsplatz
  4. Aufnahme von Verhandlungen des Bezirks für Vereinbarungen mit Unternehmen zur Nutzung von bestehenden nicht-öffentlichen Parkplätzen (z.B. Lidl Gervinusstraße) außerhalb der Ladenöffnungszeiten,
  5. Erfassung/Abfrage vorhandener nicht-öffentlicher freier Parkplätze (z.B. in Hinterhöfen und Tiefgaragen) und Aufnahme von Verhandlungen des Bezirks für Vereinbarungen mit den Eigentümern zur Ermöglichung einer Nutzung durch Anwohner.
  6. Verbesserung des Verkehrsflusses
  7. Optimierung der Ampelschaltungen für einen möglichst gleichmäßigen Verkehrsfluss entlang der Kantstraße als wichtiger West-Ost- Verbindung,
  8. Systematisches und restriktiveres Vorgehen gegen Falschparker/ Verkehrsblockierer in der zweiten Reihe durch das Ordnungsamt,
  9. Ausweisung von Lieferzonen, vorwiegend „um die Ecke“ in den einmündenden Straßen. Ggf. dadurch entfallende Parkplätze sind an anderer Stelle in der Nähe zu kompensieren. 
  10. Neuaufteilung des Straßenraumes: Entfall des Mittelstreifens zur Gewinnung zusätzlich nutzbaren Straßenraums, Schaffung einer Aufteilung mit einer Busspur und einer überbreiten Fahrspur (ausreichend für 2 Autos nebeneinander). Zur Sicherung der nötigen Straßenbreite ist zusätzlich an entsprechenden Stellen Querparken durch Längsparken zu ersetzen. Ggf. dadurch entfallende Parkplätze sind an anderer Stelle in der Nähe zu kompensieren.
  11. Verlagerung des Radverkehrs in Nebenstraßen durch entsprechende Angebote, u.a. Fahrradleitsystem und Prüfung der Einrichtung einer Fahrradstraße in der Schillerstraße.
  12. Verbesserung der Aufenthaltsqualität
  13. Entfernung der abgestorbenen Baumstümpfe bzw. (teilweise) Neupflanzung abgestorbener Straßenbäume,
  14. Attraktivere Gestaltung der bestehenden größeren gepflasterten Flächen durch Blumenbeete, Büsche u.ä. ,
  15. Attraktivere Gestaltung der Kreuzungen der Kantstraße mit der Kaiser-Friedrich-Straße und der Leibnizstraße (u.a. Entfall des gepflasterten, abgesperrten Mittelstreifens Kaiser-Friedrich-Straße).

Nun bemühe ich mich, diese Ideen in Maßnahmen und Anträge im Abgeordnetenhaus und in der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf umzusetzen, weitere Ideen aus dem Projekt werde ich versuchen, fortzuentwickeln.

Neue, zusätzliche Ideen und Ansätze sowie Hinweise für die Umsetzung der oben aufgelisteten Ideen sind natürlich immer willkommen.

Ich freue mich, wenn Sie mich dabei hier auf meiner Website, bei Facebook oder bei zukünftigen Veranstaltungen in meinem Wahlkreisbüro weiter begleiten und unterstützen.

Sehen Sie hier das Video zum Kantstraßen-Projekt 

Sehen Sie hier das Video zur Bürgersprechstunde „Kantstraße“

 

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