Strategien für Bienen und andere Bestäuber in Berlin

In meiner Rede zum Koalitionsantrag für Strategien für Bienen und andere Bestäuber in Berlin begründe ich, warum wir als Fraktion den Antrag nunmehr nach einigen Änderungen unterstützen werden.

Bereits heute liegt der Anteil der gefährdeten Bienenarten in Berlin bei 39,9%. Bei den Schwebfliegenarten ist der Zustand noch dramatischer. Von den registrierten 252 Arten stehen bereits 118, also 46,8%, auf der Roten bzw. Vorwarnliste. 31 Arten sind bereits der Kategorie 0 zugeordnet, werden also gar nicht mehr gesichtet oder sind bereits ausgestorben. Diese Entwicklung ist nicht nur in Hinblick auf das Artensterben, sondern auch auf die direkten Auswirkungen auf  den ökologischen Kreislauf insgesamt von größter Bedeutung.  Es gilt zu berücksichtigen, dass 80% der Bestäuberleistung von wildlebenden Insekten erbracht werden. Insbesondere die Bestäubung von Nutzpflanzen, wie die der meisten Obstbaumsorten und Erdbeeren, leisten vorrangig die früher schlüpfenden Wildbienen. Aufgrund einer einseitigen Förderung der Honigbiene, könnte es durch deren hohe Präsenz und Sammelleistung jedoch zu einer Reduzierung des Nektarangebotes sowie der Sammelzeiten und somit zur Verdrängung einzelner wildlebender Arten kommen. Dies gilt insbesondere für die oligolektischen Arten, die ausschließlich an einer oder nur wenigen Pflanzenarten Nektar sammeln können und ca. 30 % aller Wildbienenarten umfassen.

Ein weiterer Rückgang dieser Arten hätte allerdings nicht nur einen eklatant negativen Einfluss auf Bestäubung, Pflanzenvermehrung und -ertrag. Er beträfe auch alle weiteren Insekten, die z.B. vom Nahrungsüberschuss oder Nestbau der Wildbienen nutznießen.

Diese Verkettung ließe sich immer weiter fortführen. Daher ist zur Erhaltung der Biodiversität nicht die Einrichtung und Unterstützung von Imkereien in den Mittelpunkt zu stellen, sondern ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, dass alle Bestäubungsinsekten gleichermaßen schützt und fördert.

Meine Rede können Sie hier abrufen
(Quelle für Rede und Foto: rbb-online.de, Stand vom 18.05.2018)

Wollen Sie mitstreiten?


Diskutieren Sie mit auf meinen Facebook- und Twitter-Accounts.