Beitrag „Berlin will eine Schwammstadt werden“. Erschienen in: Deutschlandfunk am 18.08.2021

Im vergangenen Jahr hatten dann fast alle Parteien im Berliner Abgeordnetenhaus gefordert, dass angesichts der Klimaveränderungen das Regenwassermanagement in Berlin verbessert werden müsse, zum Beispiel Henner Schmidt von der FDP: „Mit der Klimaveränderung nehmen Starkregenereignisse auch in Berlin zu. In den Sommern der letzten Jahre hatten wir immer wieder die Situation, dass Teile der Stadt komplett unter Wasser standen. Schlimmer noch, es liefen ganz erhebliche Mengen an Mischwasser.“

Mischwasser höre sich nett an, sagt Schmidt. „Aber das ist Regenwasser vermischt mit Fäkalien und allen möglichen anderen schlimmen Dingen. Von diesem Mischwasser lief in Spree und Landwehrkanal eine große Menge über. 2017 waren das 7,5 Mio. Kubikmeter. Und mit diesen Mengen an schmutzigem Wasser könnte der Landwehrkanal zweimal komplett gefüllt werden.“

Denn in Berlins Innenstadt gibt es wie in fast allen Großstädten Mischwasserkanäle. Also Abwasser aus Toilette und Dusche fließt gemeinsam mit dem Regenwasser ins Klärwerk und dann in die Gewässer. Wenn es zu viel regnet, leiten die Überläufe die Brühe direkt in die Gewässer. In den Außenbezirken gebe es getrennte Kanäle, aber auch da sorge verdrecktes Regenwasser für eine Belastung der Flüsse und Seen, so Henner Schmidt.